solawING Nonnenaue

Was machen wir?

In einer Solidarischen Landwirtschaft übernehmen wir Verbraucher*innen finanzielle und zeitliche Mitverantwortung für die Erzeugung von Obst und Gemüse. Die einzelne Gurke verliert ihren Preis und erhält einen Wert. Wir finanzieren faire Löhne und fördern ökologische Anbaumethoden. In enger Zusammenarbeit erhalten wir Einblicke in regionale Erzeugung. Wir tragen alle Unwägbarkeiten, die sich zum Beispiel aus den Wetterverhältnissen eines Jahres ergeben, mit. Wir erleben Vielfalt, wie sie in Supermärkten nicht zu finden ist. Im Jahreslauf gewinnen wir einen neuen Blick für Lebens-Mittel.

Kein regionales Gemüseabo mit garantierter Liefermenge ohne eigenen Aufwand

Keine genaue Auswahl welches Gemüse in meiner Küche landet

 

Daraus ergibt sich ein grundlegender Unterschied zu Gemüseabos: Wir Verbraucher*innen können für unser Geld nicht mit einer garantierten Obst- oder Gemüsemenge rechnen, sondern tragen Anbau und Ernte gemeinschaftlich. Unser lange gewohntes „Preisdenken“ verliert seine Relevanz und wandelt sich in einen „solidarischen, ökologischen und fairen Gesamtwert“ der Erzeugnisse.

Hier beantworten wir häufig gestellte Fragen rund um die solidarische Landwirtschaft sowie den Ablauf bei uns.

Die ordentliche Mitgliedschaft berechtigt dazu, den Verein mit zu gestalten und sich am Naschgarten zu bedienen. Man kann einfach nur Mitglied sein, weil man die Sache unterstützen will. Darüber hinaus ist es natürlich möglich, Ernteanteile zu beziehen.

Im ersten Jahr werden wir noch nicht allzu viele Anteile verteilen können, weil wir erst klein starten. Felix beginnt zunächst mit 15 bezahlten Wochenstunden und wir können noch nicht abschätzen, wie sich die Mitglieder bei der Gartenarbeit beteiligen werden. Wir werden bei der Mitgliederversammlung entscheiden, wie viele Ernteanteile wir verteilen können und wer im ersten Jahr einen Anteil beziehen kann. Wer im ersten Jahr noch nicht in den Genuss eines Ernteanteils kommt, erhält einen Platz auf der Warteliste.
Ein Ernteanteil ist so ausgelegt, dass zwei Personen insbesondere mit Gemüse versorgt sind. Das Gemüse und Obst stammt aus eigenem Anbau und wird ggfls. durch Produkte von Partnern ergänzt. Natürlich sind nur saisonale oder Lagerprodukte enthalten. Für Abwechslung ist dennoch gesorgt.
Die Ernte wird wöchentlich unter den Mitgliedern mit Ernteanteil aufgeteilt. Bei Bedarf kann Obst und Gemüse untereinander getauscht werden.
Alle Ernteteiler*innen legen sich verbindlich fest, für ein Jahr (1. April bis 31. März) Gemüse und Obst zu beziehen und ihren monatlichen Beitrag zu bezahlen. Die aktive Beteiligung der Mitglieder ist notwendig und erwünscht – ohne diese wird es insbesondere in der Anfangsphase nicht gehen.

Ordentliche Mitglieder bezahlen zurzeit (nach Selbsteinschätzung) einen Beitrag von 30 oder 60 Euro pro Jahr.
Ordentliche Mitglieder beteiligen sich zudem mit einer einmaligen Vereinseinlage von mindestens 100 Euro und werden damit Miteigentümer*innen der solawING Nonnenaue e.V.. Dies kann in Form einer Schenkung oder in Form eines zinslosen Nachrangdarlehens sein, welches zwischen Verein und Mitglied vertraglich geregelt wird. Bei letzterem wird bei Austritt der gleiche Betrag ausgezahlt, der zu Beginn als Einlage eingezahlt wurde. Ordentliche Mitglieder können, müssen aber nicht, einen Ernteanteil erwerben.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft. Hier beträgt der Beitrag mindestens 10 Euro pro Jahr. Gerne darf zur finanziellen Unterstützung der Vereinsziele auch ein höherer Betrag bezahlt werden. Fördermitglieder sind nicht stimmberechtigt und können keinen Ernteanteil beziehen.

Basis ist das Jahresbudget des Betriebes, das durch die Erntebeiträge gedeckt wird (siehe Vereinsordnung). Die durchschnittliche Höhe der Erntebeiträge wird von der Mitgliederversammlung festgelegt und hängt u.a. von der Anzahl der Ernteteiler*innen ab. Der individuell zu bezahlende Beitrag kann dabei in einem Bieterverfahren bestimmt werden.

Von den Mitgliedsbeiträgen werden Vereinsorganisation, Öffentlichkeitsarbeit, Vereinsveranstaltungen, Bildungsangebote, Investitionen etc. bezahlt.
Über den Erntebeitrag werden die Kosten für Anbau, Ernte, Miete, Pacht, Arbeitslöhne etc. finanziert.
Durch die Vereinseinlage werden ordentliche Mitglieder Miteigentümer*in am Grundkapital, welches die solawING Nonnenaue aufbringen muss, um mit dem Anbau starten und Investitionen tätigen zu können (z.B. Werkzeug, Zäune, Bewässerungstechnik etc.).

Der Ernteanteil wird jeweils für 12 Monate (1. April bis 31. März) bezogen, die Bezugsdauer verlängert sich automatisch um 12 Monate, so lange dieser nicht gekündigt wird. Die Kündigung ist zum 1. April möglich, die Frist beträgt 3 Monate. Für eine Kündigung innerhalb des Jahres muss ein*e Nachfolger*in gefunden werden, der*die den Ernteanteil übernimmt.

Jeden Freitag wird frisch geerntet und an die Ernteteiler*innen verteilt. Über die Ernte der Woche wird vorab auf der Website bzw. per E-Mail informiert.
In den Wintermonaten könnte es sein, dass nur jede 2. Woche Ernte ausgegeben wird oder eine Ausgabepause eingelegt werden muss.
Die Erntekisten werden für alle von dem wöchentlichen Packteam (bestehend aus Mitgliedern) zusammengestellt. Im Anschluss ist das Gemüse und Obst zur Abholung bereit.
Mitglieder teilen mit, bei welcher Abholstelle sie ihren Anteil abholen möchten. Ein Wechsel der Abholstelle ist nach Rücksprache möglich.
Bisher geplante Abholstellen sind:

  • solawING-Gelände, Nonnenauweg, 55218 Ingelheim
  • Weiselhof, Mainzer Str. 254, 55218 Ingelheim
    Geplante Abholzeiten: Freitag von 15:00 bis 18:00 Uhr
    Wir sind bestrebt, die Abholung der Ernte möglichst autofrei zu gestalten.
    Um Verpackungsmüll zu vermeiden, bringen alle eigene Taschen oder Behälter für das Gemüse bzw. Obst mit. Weitere Abholstellen richten wir nach Bedarf ein.

Je tatkräftiger sich die Mitglieder einbringen, desto erfolgreicher wird sich das Projekt entwickeln. Felix braucht helfende Hände auf dem Acker, insbesondere am Erntetag. Die Mitarbeit bei Anbau und Ernte wird von ihm koordiniert.
Darüber hinaus gibt es über das Jahr verteilt Arbeiten, die mit Vorlauf geplant und per Mail angekündigt werden. Dies kann z.B. Zwiebeln stecken oder Möhren jäten oder das Ernten arbeitsintensiver Kulturen wie Feldsalat, Postelein und Spinat sein, die nur angebaut werden können, wenn sich im Voraus “Erntehelfer*innen” finden.
Wir planen auch Patenschaften für bestimmte Kulturen. Die Paten kümmern sich regelmäßig und verantwortlich um die Pflege dieser Kulturen, z.B. Tomaten regelmäßig ausgeizen und hochbinden.
Auch über die Feldarbeit hinaus gibt es vielfältige Möglichkeiten, die Arbeit der solawING Nonnenaue zu unterstützen, z.B. bei der Organisation von Festen, der Mitgliederverwaltung, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit oder der Website.

Gerne können Mitglieder Pflanzenpatenschaften für Büsche und Bäume übernehmen. Dies können z.B. Bäumchen sein, die vom Verein bestellt und möglichst vom Paten selbst (unter Anleitung) gepflanzt werden. Die Paten übernehmen die Kosten für die Pflanze und die erforderlichen Hilfsmittel wie z.B. Stützen zum Anbinden, Verbiss-Schutz, Wühlmauskorb etc.
Auf Wunsch bringen wir gerne ein Schildchen mit dem Namen des*der Stifter*in (oder eines*einer Beschenkten) an.

Neben der regionalen Versorgung mit Gemüse und Obst ist die Förderung und Erprobung der folgenden Themenfelder wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit:

  • ökologische, klimagerechte und soziale Landbewirtschaftung,
  • Biodiversität und regionale, saisonale Ernährung,
  • demokratische und solidarische Organisationsformen,
  • Anpassungsstrategien an den Klimawandel im Gemüse- und Obstanbau durch die Erprobung von Anbauweisen, Sortenauswahl etc.,
  • Wissensvermittlung zu Folgen verschiedener Formen der Landbewirtschaftung und unserer Ernährung auf Natur, Klima und Gesellschaft,
  • Erhalt und die Weiterentwicklung samenfester Gemüse- und Obstsorten und alter Nutztierrassen,
  • die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und Verpackungsmüll sowie
  • die Unterstützung regionaler Kreislaufwirtschaft.

Im Rahmen unseres Engagements möchten wir Freiräume für persönliche und gemeinsame Erfahrungen schaffen und so Wertschätzung und Verbindung
erleben: Beispielsweise bei der Verkostung von frisch geerntetem Obst und Gemüse, beim gemeinsamen Kochen und Verarbeiten, bei der Gartenarbeit oder vielen anderen Erfahrungsmöglichkeiten.

Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen und beantworten gerne noch offene Fragen.
Ganz besonders freuen wir uns, mit euch diese Themenfelder weiterzuentwickeln und sind sehr gespannt, was mit euch gemeinsam wachsen und gedeihen wird.