solawING Nonnenaue

Was machen wir?

In einer Solidarischen Landwirtschaft übernehmen wir Verbraucher*innen finanzielle und zeitliche Mitverantwortung für die Erzeugung von Obst und Gemüse. Die einzelne Gurke verliert ihren Preis und erhält einen Wert. Wir finanzieren faire Löhne und fördern ökologische Anbaumethoden. In enger Zusammenarbeit erhalten wir Einblicke in regionale Erzeugung. Wir tragen alle Unwägbarkeiten, die sich zum Beispiel aus den Wetterverhältnissen eines Jahres ergeben, mit. Wir erleben Vielfalt, wie sie in Supermärkten nicht zu finden ist. Im Jahreslauf gewinnen wir einen neuen Blick für Lebens-Mittel.

Kein regionales Gemüseabo mit garantierter Liefermenge ohne eigenen Aufwand

Keine genaue Auswahl welches Gemüse in meiner Küche landet

 

Daraus ergibt sich ein grundlegender Unterschied zu Gemüseabos: Wir Verbraucher*innen können für unser Geld nicht mit einer garantierten Obst- oder Gemüsemenge rechnen, sondern tragen Anbau und Ernte gemeinschaftlich. Unser lange gewohntes „Preisdenken“ verliert seine Relevanz und wandelt sich in einen „solidarischen, ökologischen und fairen Gesamtwert“ der Erzeugnisse.

Hier beantworten wir häufig gestellte Fragen rund um die solidarische Landwirtschaft sowie den Ablauf bei uns.

Die ordentliche Mitgliedschaft berechtigt dazu, den Verein mit zu gestalten und sich am Naschgarten zu bedienen. Man kann einfach nur Mitglied sein, weil man die Sache unterstützen will. Darüber hinaus ist es natürlich möglich, Ernteanteile zu beziehen.

2022 ist unser zweites Anbaujahr und wir konnten uns von 25 auf 35 Ernteanteile steigern, die alle vergeben sind. Wer noch nicht in den Genuss eines Ernteanteils kommt (aber gerne einen hätte), erhält einen Platz auf der Warteliste.
Ein Ernteanteil ist so ausgelegt, dass zwei Personen insbesondere mit Gemüse versorgt sind. Das Gemüse stammt aus eigenem Anbau und wird ggfls. durch Produkte von Partnern ergänzt. Natürlich sind nur saisonale oder Lagerprodukte enthalten. Für Abwechslung ist dennoch gesorgt. Die Ernte wird wöchentlich unter den Mitgliedern mit Ernteanteil aufgeteilt.

Alle Ernteteiler*innen legen sich verbindlich fest, für ein Jahr (1. April bis 31. März) Gemüse zu beziehen und ihren monatlichen Beitrag zu bezahlen.

Die aktive Beteiligung der Mitglieder ist notwendig und erwünscht – ohne diese geht es insbesondere in der Anfangsphase.

Ordentliche Mitglieder bezahlen zurzeit (nach Selbsteinschätzung) einen Beitrag von 30 oder 60 Euro pro Jahr.
Ordentliche Mitglieder beteiligen sich zudem mit einer einmaligen Vereinseinlage von mindestens 100 Euro und werden damit Miteigentümer*innen der solawING Nonnenaue e.V.. Dies kann in Form einer Schenkung oder in Form eines zinslosen Nachrangdarlehens sein, welches zwischen Verein und Mitglied vertraglich geregelt wird. Bei letzterem wird bei Austritt der gleiche Betrag ausgezahlt, der zu Beginn als Einlage eingezahlt wurde. Ordentliche Mitglieder können, müssen aber nicht, einen Ernteanteil erwerben.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft. Hier beträgt der Beitrag mindestens 10 Euro pro Jahr. Gerne darf zur finanziellen Unterstützung der Vereinsziele auch ein höherer Betrag bezahlt werden. Fördermitglieder sind nicht stimmberechtigt und können keinen Ernteanteil beziehen.

Basis ist das Jahresbudget des Betriebes, das durch die Erntebeiträge gedeckt wird (siehe Vereinsordnung). Die durchschnittliche Höhe der Erntebeiträge wird von der Mitgliederversammlung festgelegt und hängt u.a. von der Anzahl der Ernteteiler*innen ab. Der individuell zu bezahlende Beitrag wird dann i.d.R. in einem Bieterverfahren bestimmt.

Von den Mitgliedsbeiträgen werden Vereinsorganisation, Öffentlichkeitsarbeit, Vereinsveranstaltungen, Bildungsangebote, Investitionen etc. bezahlt.
Über den Erntebeitrag werden die Kosten für Anbau, Ernte, Miete, Pacht, Arbeitslöhne etc. finanziert.
Durch die Vereinseinlage werden ordentliche Mitglieder Miteigentümer*in am Grundkapital, welches die solawING Nonnenaue aufbringen muss, um mit dem Anbau starten und Investitionen tätigen zu können (z.B. Werkzeug, Zäune, Bewässerungstechnik etc.).

Der Ernteanteil wird jeweils für 12 Monate (1. April bis 31. März) bezogen, die Bezugsdauer verlängert sich automatisch um 12 Monate, so lange dieser nicht gekündigt wird. Die Kündigung ist zum 1. April möglich, die Frist beträgt 3 Monate. Für eine Kündigung innerhalb des Jahres muss ein*e Nachfolger*in gefunden werden, der*die den Ernteanteil übernimmt.

Jeden Freitag wird frisch geerntet und an die Ernteteiler*innen verteilt.
In den Wintermonaten wird i.d.R. nur jede 2. Woche Ernte ausgegeben und es kann auch eine Ausgabepause eingelegt werden müssen.
Die Erntekisten werden für alle von dem wöchentlichen Packteam (bestehend aus Mitgliedern) zusammengestellt. Ab spätestens 16 Uhr stehen die Kisten bei den jeweiligen Abholstellen bereit.
Mitglieder teilen mit, bei welcher Abholstelle sie ihren Anteil abholen möchten. Ein Wechsel der Abholstelle ist nach Rücksprache möglich.
Bisherige Abholstellen sind:

  • solawING-Gelände, Nonnenauweg, 55218 Ingelheim
  • Weiselhof, Mainzer Str. 254, 55218 Ingelheim
    Geplante Abholzeiten: Freitag von 16:00 bis 18:00 Uhr
  • Gottschalk Obst, Binger Straße 53, 55218 Ingelheim (zu den Öffnungszeiten des Hofladens)
  • Mainz-Mombach (privat organisiert)
  • Bingen (privat organisiert)
    Wir sind bestrebt, die Abholung der Ernte möglichst autofrei zu gestalten. Um Verpackungsmüll zu vermeiden, bringen alle eigene Taschen oder Behälter für das Gemüse bzw. Obst mit. Weitere Abholstellen richten wir nach Bedarf ein.

Je tatkräftiger sich die Mitglieder einbringen, desto erfolgreicher wird sich das Projekt entwickeln. Die Gärtner*innen brauchen helfende Hände auf dem Acker, insbesondere am Erntetag. Die Mitarbeit bei Anbau und Ernte wird von ihnen koordiniert.
Darüber hinaus gibt es über das Jahr verteilt Arbeiten, die mit Vorlauf geplant und über unser Kommunikationstool angekündigt werden. Dies sind insbesondere Arbeiten an unserer Infrastruktur (Beete vorbereiten, Bewässerung legen, Zäune ziehen…), oder größere Pflanzaktionen.
Wir planen auch Patenschaften für bestimmte Kulturen. Die Paten kümmern sich regelmäßig und verantwortlich um die Pflege dieser Kulturen, z.B. Tomaten regelmäßig ausgeizen und hochbinden.
Auch über die Feldarbeit hinaus gibt es vielfältige Möglichkeiten, die Arbeit der solawING Nonnenaue zu unterstützen, z.B. bei der Organisation von Festen, der Mitgliederverwaltung, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit oder der Website.

Gerne können Mitglieder Pflanzenpatenschaften für Büsche und Bäume übernehmen. Dies können z.B. Bäumchen sein, die vom Verein bestellt und möglichst vom Paten selbst (unter Anleitung) gepflanzt werden. Die Paten übernehmen die Kosten für die Pflanze und die erforderlichen Hilfsmittel wie z.B. Stützen zum Anbinden, Verbiss-Schutz, Wühlmauskorb etc.
Auf Wunsch bringen wir gerne ein Schildchen mit dem Namen des*der Stifter*in (oder eines*einer Beschenkten) an.

Neben der regionalen Versorgung mit Gemüse und Obst ist die Förderung und Erprobung der folgenden Themenfelder wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit:

  • ökologische, klimagerechte und soziale Landbewirtschaftung,
  • Biodiversität und regionale, saisonale Ernährung,
  • demokratische und solidarische Organisationsformen,
  • Anpassungsstrategien an den Klimawandel im Gemüse- und Obstanbau durch die Erprobung von Anbauweisen, Sortenauswahl etc.,
  • Wissensvermittlung zu Folgen verschiedener Formen der Landbewirtschaftung und unserer Ernährung auf Natur, Klima und Gesellschaft,
  • Erhalt und die Weiterentwicklung samenfester Gemüse- und Obstsorten und alter Nutztierrassen,
  • die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und Verpackungsmüll sowie
  • die Unterstützung regionaler Kreislaufwirtschaft.

Im Rahmen unseres Engagements möchten wir Freiräume für persönliche und gemeinsame Erfahrungen schaffen und so Wertschätzung und Verbindung erleben: Beispielsweise bei der Verkostung von frisch geerntetem Obst und Gemüse, beim gemeinsamen Kochen und Verarbeiten, bei der Gartenarbeit oder vielen anderen Erfahrungsmöglichkeiten.

Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen und beantworten gerne noch offene Fragen.
Ganz besonders freuen wir uns, mit euch diese Themenfelder weiterzuentwickeln und sind sehr gespannt, was mit euch gemeinsam wachsen und gedeihen wird.