Sich die Ernte teilen. Gemeinsam solidarische Landwirtschaft betreiben.

Nachhaltig Obst und Gemüse anbauen, vom Acker in den Mund leben. Und das in einer solidarischen Gemeinschaft, angeleitet von Permakultur-Designer:innen und Gärtner:innen.

Kooperationen und Mitgliedschaften
Wer wir sind

solawING Nonnenaue

Wir, die solawING Nonnenaue e.V., sind ein eingetragener Verein und betreiben solidarische Landwirtschaft zum Mitmachen. Und das direkt vor Ort auf der Nonnenaue. Uns gibt es seit 2020 und wir erwirtschaften aktuell rund 70 Ernteanteile (Gemüse für jeweils 2 Personen/Woche). Diese liefern wir an Depots in Ingelheim, Wackernheim und Mainz. Im Verein engagieren sich über 130 Mitglieder und Fördermitglieder und wir sind soziokratisch organisiert.

Zum kommenden Erntejahr, das am 1. April startet, vergeben wir neue Ernteanteile. Meldet Euch bei Interesse gerne unter .

Unsere Vereinssatzung und -ordnung findest Du  hier. Mehr Infos gibt es außerdem auf unserem Kanal bei Instagram.

2023 09 Solawing Heidesheim Solidarische Landwirtschaft

Aktuelles

Ernteanteile zu vergeben

Wer Interesse an Ernteanteilen hat oder einfach so Mitglied oder Fördermitglied werden möchte, kann sich sehr gerne unter folgender E-Mail-Adresse melden: .

solawING Krauttag in Ingelheim: Bericht in der Landesschau RLP

solawING in der SWR-Landesschau

Die Landesschau Rheinland-Pfalz berichtet von unserem traditionellen Sauerkrauttag am 1. November auf dem Weiselhof in Ingelheim und zeigt, wie frisches Sauerkraut entsteht. Hier könnt Ihr den Beitrag anschauen (Minute: 1:34).

Infos & Mitackern

Der nächste Infotermin für Neugierige findet statt am Samstag, dem 9. Mai, um 11 Uhr. Unser Treffpunkt: solawING-Gelände, Nonnenaue 2, 55262 Heidesheim. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Euch.

Was wir machen

Gemeinsam solidarische Landwirtschaft betreiben

Wir möchten gemeinsam regionale Wirtschaftskreisläufe aufbauen helfen. Wir wollen den Anbau von Obst und Gemüse selbst in die Hand nehmen und bestimmen, wie unsere Nahrungsmittel produziert werden. Wir möchten beim Aufbau einer „enkeltauglichen“ und klimagerechten Landwirtschaft mitwirken, die möglichst wenig Raubbau an Mensch und Umwelt verursacht. Und wir möchten ein Ort des Lernens sein.

Wo du uns findest

Unser Acker liegt an der Nonnenaue, zwischen Budenheim und Heidenfahrt.

Wir haben aktuell eine Fläche von ca. 8.000 qm auf dem Obsthof von Sonja Krebs auf der Nonnenaue gepachtet. Hier können wir wachsen und unsere Anbaufläche sukzessive vergrößern. 

Wir bewirtschaften neben unserem „Marktgarten“ (ca. 3.000 qm) auch einen „Naschgarten“ für Mitglieder. Ein (klimaresilienter) Obstgarten ist im Entstehen und erste Bäume sind gepflanzt. Wir versuchen, die ehemals konventionell bewirtschaftete Fläche nach und nach zurückzugewinnen und setzen dabei auf die Prinzipien des ökologischen Landbaus unter besonderer Berücksichtigung der Permakultur.

Blick auf den Gemüsegarten der SolawING - Solawi in Ingelheim / Heidesheim
Wie du mitmachen kannst

Es gibt verschiedene Formen, wie du dich im Verein einbringen kannst

Egal ob als Ernteteiler:in, Mitglied oder Fördermitglied – wir freuen uns über dein Interesse und jegliche Form des Engagements. Ein Hinweis noch: Wenn du einen Ernteanteil beziehen möchtest, musst du Mitglied des Vereins sein, um auch die Möglichkeit zu haben, das Vereinsleben aktiv mitzugestalten. Die nächsten Infotermine für Neugierige findest du unter Aktuelles.

Interesse

Du hast Interesse an unserer solawING? Dann informiere Dich gerne über uns auf einem unserer Infotermine, direkt auf unserem Acker, schau Dir unsere FAQ an oder verwende nachfolgenden Link, um uns eine E-Mail zu schreiben.

Mitgliedschaft

Du kannst mit oder ohne Ernteanteil Mitglied werden. Auch wenn Du keinen Ernteanteil beziehen möchtest, kannst Du Dich aktiv in unseren Verein einbringen. Sende einfach den ausgefüllten Mitgliedsantrag an .

Fördermitgliedschaft

Auch als Fördermitglied kannst Du den Verein aktiv unterstützen. Wir sind auf Spenden und Unterstützungen in jeglicher Form angewiesen und freuen uns sehr über Dein Engagement. Für eine Kontaktaufnahme kannst Du nachfolgenden Link verwenden.

So sieht es bei uns aus

Was unsere Mitglieder und Ernteteiler:innen sagen

Ich wusste gar nicht, dass es eine Solawi direkt bei uns vor der Nase gibt. Wir sind spontan hin. 2 Tage später war ich Mitglied und nach 4 Wochen hatten wir unseren Ernteanteil.
Johannes
Heidesheim
An der frischen Luft, in einer tollen Gemeinschaft, Gemüse anzubauen und angelesenes, theoretisches Wissen in die Tat umzusetzen und somit direkt auf dem Acker zu lernen, macht einfach Spaß.
Barbara
Bingen
Nun bin ich schon bald im 3. Anbaujahr mit großer Freude dabei. Habe tolle Leute kennengelernt mit denen ich schon die vielfältigsten Aufgaben in Angriff genommen habe. Gespannt bin ich jedes mal auf die Gemüsekiste, die auch immer wieder für mich Unbekanntes enthält.
Ursula
Wackernheim
2021 sind wir mit einer gepachteten Anbaufläche von 2.400 m² gestartet, auf der unser Gemüse für 25 Ernteteile angebaut haben. 2022 haben wir schon auf 36 Ernteteile und 3.000 m² für den Gemüseanbau aufgestockt. Zur Realisierung unseres neusten Projektes "Klimaresilienter Obstgarten" haben wir von Sonja noch weitere Fläche gepachtet, die an die bisherige Fläche anschließt. Ende 2022 haben wir dort eine Wildhecke zum Windschutz und auch schon die ersten 15 Bäume gepflanzt. Somit werden in diesem Jahr insgesamt 5.800 m² von uns bewirtschaftet.
Jörg
Ingelheim
Wir haben dein Interesse geweckt?

Wir würden uns sehr freuen, wenn du einfach mal auf dem Acker vorbei schaust, dir vor Ort einen Eindruck machst und deine interessierten Fragen mitbringst. Bis bald auf der Nonnenaue, du bist herzlich eingeladen.

Was sich viele Leute fragen

Du hast Fragen? Wir haben hier ein paar Antworten gesammelt. Den Rest beantworten wir dir gerne vor Ort auf unserem Acker.

Antworten auf die häufigsten Fragen findest du schon mal hier. Falls deine Frage(n) noch nicht beantwortet sein sollten, freuen wir uns, wenn du einfach mal auf dem Acker vorbei schaust. Alternativ erreichst du uns unter mitglieder@solawing.org.

Was bedeutet „Solidarische Landwirtschaft“?

Solidarische Landwirtschaft („Solawi“) bedeutet, dass Privatpersonen einen landwirtschaftlichen Betrieb ganz oder in Teilen gemeinsam finanzieren und tragen. Dafür gibt es im Gegenzug Anteile an der Ernte, die sogenannten Ernteteile. Die Mitglieder einer Solawi legen sich für ein Jahr fest und decken mit ihrem monatlichen Erntebeitrag alle Kosten und Risiken der Lebensmittelerzeugung. Produzent:innen und Konsument:innen sichern so gemeinsam und solidarisch die Produktion von nachhaltig und saisonal produziertem Gemüse. „Lebensmittel verlieren so ihren Preis und erhalten ihren Wert zurück.“ In Deutschland gibt es etwa 450 Solawis, die sich im Netzwerk Solidarische Landwirtschaft organisiert haben (www.solidarische-landwirtschaft.org).

Was bedeutet „solawING Nonnenaue“?

solawING Nonnenaue leitet sich ab von Solidarischer Landwirtschaft Ingelheim. Unsere Anbauflächen befinden sich am Rheinufer nahe Heidesheim auf der Nonnenaue. Den Trägerverein solawING Nonnenaue e.V. gibt es seit Ende 2020, mit dem Anbau wurde im Februar 2021 begonnen. Der Verein hat über 130 Mitglieder – in der Saison 2025/26 produzieren wir 50 Ernteanteile (Stand März 2025).

Wie ackert die solawING?

Wir bauen Gemüse für den Eigenbedarf der Ernteteilenden an und setzen uns für eine nachhaltige und klimagerechte Landwirtschaft ein. Wir arbeiten nach den Grundsätzen des ökologischen Anbaus und orientieren uns an Prinzipien der Permakultur und regenerativen Landwirtschaft. Da wir kein Gemüse auf den Markt bringen, benötigen wir keine Bio-Zertifizierung.

Unsere Beete werden sorgsam behandelt, mit dem Ziel, den Boden von Jahr zu Jahr zu verbessern. Wir achten darauf, dass keine schweren Maschinen den Boden verdichten und erledigen viel in Handarbeit. Auch Beikraut wird manuell gejätet, nimmt es überhand, werden Beete vorübergehend mit Folie abgedeckt. Wir verwenden keine Mittel, die den Bodenlebewesen schaden. Die nach der Ernte verbleibenden Pflanzenreste werden zerkleinert und dem Boden zurückgegeben. Gedüngt wird mit Kompost und Pferdemist. Mulch sorgt dafür, dass der Boden nicht so leicht austrocknet und somit kein Wasser verschwendet wird. Wir setzen auf das Marktgarten-Konzept und bauen eine Vielfalt von über 35 Kulturen an.

Wer kann bei uns Mitglied werden?

Alle, die sich für nachhaltigen Gemüseanbau interessieren und unser Projekt fördern möchten, sind im solawING e.V. herzlich willkommen. Bei uns wird man Teil einer demokratisch organisierten Gemeinschaft, die Wert auf Transparenz und Zusammenarbeit legt. Wir leben Vielfalt – nicht nur auf dem Acker – und treten für eine offene Gesellschaft ohne Rassismus und Diskriminierung ein.

Wer gerne und regelmäßig Gemüse kocht, auch unbekanntere Gemüsesorten probiert und damit gut umgehen kann, wenn es saisonal mal wenig Salat, dafür aber reichlich Mangold oder andere Gemüsesorten gibt, wird sich als Ernteteiler:in bei uns wohlfühlen.

Wer gutes Gemüse wertschätzt, eher selten selbst kocht und dann Lust auf eine bestimmte Gemüsesorte hat oder die wöchentliche Abholung des Gemüses nur schlecht in den Alltag integriert bekommt, wird unserer Erfahrung nach als Ernteteiler:in nicht so glücklich. Als Mitglied im Verein und auf dem Acker heißen wir euch jedoch ebenso herzlich willkommen. Wir haben einige aktive Mitglieder, die aus unterschiedlichen Gründen keinen eigenen Ernteanteil haben.

Was ist der Unterschied zu einem Gemüseabo?

Bei einem Gemüseabonnement bezieht man wöchentlich eine definierte Menge Gemüse nach Wahl gegen Bezahlung. Das Risiko bei Ernteausfällen trägt der Gemüsebaubetrieb. Abonnennt:innen sind Kund:innen und können jederzeit kündigen oder einzelne Gemüse ausschließen. Eine persönliche Anbindung an die Erzeugerbetriebe gibt es in der Regel nicht.

Wir verstehen uns als Gemeinschaft, die den Betrieb gemeinsam am Laufen hält. In unserer „Mitmach-Solawi“ unterstützen freiwillige Helfer:innen die hauptamtlichen Gärtner:innen bei den anfallenden Arbeiten. Die Mitarbeit ist dabei komplett freiwillig. Mitwirken kann man auf vielfältige Weise, so wie es die persönlichen Voraussetzungen hergeben: auf dem Acker, handwerklich bei der Pflege von Werkzeugen und Anlagen, beim Verteilen der Ernte, beim Betreuen von Infoständen, beim Mitgestalten von Festen oder im Homeoffice bei der Verwaltungsarbeit. Auch wer nicht regelmäßig mitarbeiten kann, kann ohne Gewissensbisse einen Ernteanteil beziehen.

Wie ist die solawING organisiert?

Die solawING Nonnenaue ist ein eingetragener Verein.

Der Vorstand übernimmt die im Vereinsrecht vorgegebenen Aufgaben. Er verwaltet die Finanzen, schließt Pacht- und Arbeitsverträge ab, kümmert sich um Versicherungen und Steuererklärungen und sorgt dafür, dass alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Auch die Personalverantwortung liegt beim Vorstand.

Im Unterschied zu vielen anderen Vereinen organisieren wir uns soziokratisch in Kreisen. Wir legen großen Wert auf Transparenz (alle Protokolle sind für alle Mitglieder einsehbar) und ein wertschätzendes Miteinander. Entscheidungen werden nach dem Konsent-Prinzip getroffen. Jedes Mitglied kann in den Kreisen mitarbeiten und aktiv bei der Gestaltung von solawING mitwirken. Wem die formale Mitarbeit in Kreisen mit Sitzungen und Protokollen nicht liegt, kann auch einfach so bei Acker-Aktionen und Veranstaltungen mitwirken.

Aktuell teilen sich zwei hauptamtliche Gärtner:innen eine Vollzeitstelle und leisten einen Großteil der Arbeit auf und um den Acker. Sie bringen das fachliche Knowhow ein und sorgen für Kontinuität. Bei vielen Ackereinsätzen leiten sie die freiwilligen Helfer:innen auf dem Acker an. Sie geben ihr gärtnerisches Fachwissen in Workshops weiter.

Unterstützt werden die Gärtner vom Kreis Gartenbau. Gemeinsam planen sie den Gemüseanbau für ein Jahr. Mitglieder des Kreis Gartenbau übernehmen zudem Verantwortung für einzelne Bereiche, wie Anzucht, Gießen oder Ackeraktionen. Gärtner:innen, Kreis Gartenbau und freiwillige Helfer:innen setzen die geplanten Arbeiten auf dem Acker um.

Der Kreis Logistik teilt mit weiteren Ernteteilenden das geerntete Gemüse gerecht unter den Ernteteilern auf und bringt es frisch zu den dezentralen Verteilstellen.

Der Kreis Infrastruktur hat ein Auge auf alle Dinge, die für effizientes Arbeiten benötigt werden. Er hält Werkzeuge und Geräte in Schuss, baut Folientunnel auf, repariert Zäune, installiert die Bewässerung. Zuweilen verrichten die Aktiven auch Hausmeisterdienste.

Der Kreis Kommunikation sorgt dafür, dass alle Vereinsmitglieder gut informiert sind, und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. U.a. betreuen die Mitglieder den monatlichen Newsletter „Ackerpost“.

Für alles rund um Mitgliedschaften und Ernteteil-Formalia kümmert sich die Mitgliederverwaltung.

Der Kreis Finanzen sorgt dafür, dass alle Aus- und Einnahmen korrekt verwaltet werden, und erarbeitet aus den Vorschlägen das Budget für das Anbaujahr.

Alle Kreise, die Hauptamtlichen und der Vorstand sind im Leitungsgremium von solawING, im sogenannten „KoKreis“ vertreten. Hier läuft alles zusammen und werden übergreifende Themen behandelt und entschieden.

Auf der jährlichen Mitgliederversammlung stellen Vorstand, Gärtner und alle Kreise ihre Arbeit des vergangenen Jahres und die Planungen für das kommende Jahr vor. Die Mitglieder entscheiden über das Budget des neuen Anbaujahres und legen den durchschnittlichen Beitrag für einen Ernteteil fest. Die im Vereinsrecht vorgeschriebenen Rechenschaftsberichte, Entlastung und Neuwahl von Vorstand und Kassenprüfer:innen finden hier statt.

Die Ernteteiler:innen unter den Mitgliedern treffen sich zweimal im Jahr zum Erfahrungsaustausch. Beim Ernteteiler-Treffen im Frühjahr und vor Start der neuen Anbausaison legen die Ernteteiler:innen in einem Bieterverfahren ihren individuellen Erntebeitrag für das kommende Anbaujahr fest.

Welche Ausstattung hat die solawING?

Wir haben 8.000 m² Ackerland von einem ehemaligen Obsthof an der Nonnenaue gepachtet. Unsere Anbaufläche liegt landschaftlich sehr schön, abseits von stark befahrenen Straßen, am Rheinufer in der Nähe von Heidesheim.

Das Kernstück ist unser Gemüseacker mit etwa 1.700 m² Beetfläche. Dort bewirtschaften wir 95 Beete mit über 2.200 m Beetlänge. Zwei Folientunnel schützen empfindliche Kulturen und verlängern die Saison. Bewässert werden die Pflanzen durch ein automatisiertes wassersparendes Tröpfchensystem.

2023 haben wir angrenzend an den Gemüseacker 3000 m² Fläche mit Obststräuchern und Obstbäumen bepflanzt. Hier wächst ein klimaresilienter Obstgarten heran.

Auf der anderen Seite des Zugangswegs liegt ein Naschgarten mit weiteren Obststräuchern und einer Kräuterspirale.

In den zum ehemaligen Obstbaubetrieb gehörenden Gebäuden haben wir Räume zum Lagern des Gemüses, für die Unterbringung von Geräten, zum Packen und als Arbeitsraum für die Gärtner gemietet. Wir haben Zugang zu einer Küche mit Besprechungstisch und einer Toilette.

Wie kann ich Mitglied werden und was kostet das?

Es gibt zwei Arten der Mitgliedschaft im Verein:

Man kann Fördermitglied werden mit mindestens 10 € Beitrag pro Jahr. Fördermitglieder haben kein Stimmrecht und können kein Gemüse beziehen. Fördermitglieder unterstützen uns mit ihrem Beitrag vor allem bei Investitionen. Die Fördermitgliedschaft kann online beantragt werden.

Ordentliche Mitglieder beteiligen sich mit einer einmaligen Vereinseinlage von mindestens 100 €. Diese Einlage kann als Spende oder zinsloses Darlehen geleistet werden. Hinzu kommt ein jährlicher Mitgliedsbeitrag nach Selbsteinschätzung von 40 € oder 80 € (ab 2026). Ordentliche Mitglieder sind stimmberechtigt und können auf Wunsch Ernteteiler:in werden. Kündigen kann man die Mitgliedschaft im Verein mit dreimonatiger Kündigungsfrist zum 31.12. eines Jahres (in dem der Bezug eines Ernteteils endete). Auch die ordentliche Mitgliedschaft kann online beantragt werden.

Wer als ordentliches Mitglied zudem Ernteteiler:in werden möchte, zahlt einen monatlichen Erntebeitrag für einen Gemüseanteil. Ernteteiler:innen legen sich auf ein Anbaujahr jeweils vom 01.04. bis zum 31.03. des Folgejahres fest. Eine Kündigung dieser Ernteteilervereinbarung ist mit dreimonatiger Kündigungsfrist zum 31.03. möglich, ansonsten verlängert sich der Ernteanteil um ein weiteres Jahr.

Falls Du einen Ernteanteil beziehst, dann fallen zusätzliche monatliche Kosten an. Mehr dazu erfährst Du unter dem Punkt „Was kostet ein Ernteanteil?“.

Was kostet ein Ernteanteil?


Wir bieten kleine Ernteteile für kleine Haushalte und große Ernteteile für größere Haushalte an. Der große Ernteteil reicht für zwei bis vier Personen. In der Saison 2025/26 kostet im Durchschnitt ein kleiner Anteil 60 € und ein großer 100 € monatlich.

Den konkreten individuellen Preis für einen Anteil legen die Ernteteiler:innen vor Beginn der neuen Saison auf dem Ernteteilertreffen durch ein Bieterverfahren fest. Im Bieterverfahren werden die jährlichen Gesamtkosten für den Gemüseanbau durch die Gebote der Ernteteiler:innen finanziert.

Das funktioniert so: Wir kalkulieren jährlich die Kosten für den Gemüseanbau, also z.B. Arbeitslöhne, Versicherungen, Pacht, Wasser, Strom, Saatgut, Jungpflanzen und Kompost. Daraus ergibt sich ein Gesamtbudget x für die Jahresgemüseproduktion. Diese Summe x wird auf die geplante Anzahl der Ernteteile und die Monate umgelegt. Es ergibt sich daraus ein durchschnittlicher monatlicher Erntebeitrag Y für einen kleinen Ernteteil und Z für einen großen Ernteteil. Jahresbudget und Durchschnittsbeitrag werden bei der Mitgliederversammlung beschlossen.

Beim anschließenden Ernteteilertreffen werden die kalkulierten durchschnittlichen Erntebeiträge X und Y bekannt gegeben. In einer Bieterrunde gibt jede:r Ernteteiler:in vertraulich nach Selbsteinschätzung an, wie viel er:sie pro Monat bereit ist zu zahlen. Das Verfahren berücksichtigt, dass Menschen einen unterschiedlich großen finanziellen Spielraum haben. Die Hoffnung ist, dass Ernteteiler:innen mit gutem Einkommen mehr als der Durchschnitt bieten, damit andere, die weniger zur Verfügung haben, etwas weniger bieten können.

Eine kleine Runde sichtet alle Gebote und summiert die Beträge. Wenn der Gesamtbetrag der Gebote hoch genug ist und somit alle Kosten für die Jahresgemüseproduktion abgedeckt sind, ist das Bieterverfahren erfolgreich beendet. Falls insgesamt zu wenig geboten wurde und die Kosten für die Jahresgemüseproduktion noch nicht gedeckt sind, wird die Bieterrunde wiederholt – so oft, bis das Geld zusammen ist.
Von April bis zum März des kommenden Jahres wird der Erntebeitrag, den man geboten hat, monatlich vom Konto abgebucht.

Was passiert mit der Vereinseinlage, den Mitgliedsbeiträgen und dem Erntebeitrag?

Durch die Vereinseinlage werden ordentliche Mitglieder Miteigentümer:innen am Grundkapital. Aus diesem Geld finanzieren wir die laufenden Investitionen, die wir tätigen müssen, um den Anbau bewerkstelligen zu können. Dazu zählt z.B. die Anschaffung von Geräten, Maschinen, Folientunnel und Bewässerungs-Komponenten.

Von den Mitgliedsbeiträgen werden ebenfalls laufende Investitionen in unsere allgemeine Infrastruktur finanziert, zudem die Vereinsorganisation, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und Bildungsangebote bezahlt.

Über den Erntebeitrag werden alle Kosten für den Gemüseanbau, also Arbeitslöhne, Jungpflanzen, Kompost, etc. finanziert.

Wie viel Gemüse gibt es pro Woche?

Die Ernte verteilt sich ungleichmäßig über das Anbaujahr. Im April und Mai reicht manchmal die Ernte nur für eine Ausgabe jede zweite Woche. Von Juni bis Oktober wächst jede Woche reichlich Gemüse heran. Manchmal mehr, als in der Woche gegessen werden kann. Von November bis März gibt es eingelagertes Gemüse und einige wenige frische Kulturen. Hier ernten wir gegebenenfalls auch nur noch jede zweite Woche. Wenn das Lagergemüse aufgebraucht ist und gerade nichts Frisches vom Acker kommt, kann es auch mal eine Erntepause geben.

Im Sommer und Herbst reicht die Gemüsemenge für den kompletten Bedarf eines Haushalts. Im Frühjahr und Winter muss man zukaufen. Wir streben an, durch den Einsatz der Folientunnel und das Einlagern von Wurzelgemüse die Ernte übers Jahr zu strecken und gleichmäßiger zu verteilen.

Was ist in der Erntekiste?

In der Kiste findet man regionales und saisonales Gemüse, Salat und Kräuter frisch vom Acker bzw. aus der Einlagerung. Wir kaufen nichts zu. Falls es große Mengen an bestimmten Gemüsen wie z.B. Weißkohl, Tomaten, Zucchini gibt, werden diese auch von engagierten Mitgliedern zu Sauerkraut, Tomatensoße, Zucchiniketchup u.ä. verarbeitet und an die Ernteteiler:innen verteilt. Wir bauen über 35 Gemüsesorten an: von „A“ wie Auberginen bis „Z“ wie Zucchini.

Beispiele für große Ernteteile im Winter (jede zweite Woche):
Januar 2024: Grünkohl, Rote Bete, Sauerkraut, Sellerie, Tomatensoße.
Dezember 2023: Grünkohl, Palmkohl, Rosenkohl, Sellerie.

Beispiele für große Ernteteile im Sommer (wöchentlich):
Juli 2024: Bohnen, Gurken, Karotten, Knoblauch, Lauch, Mangold, Palmkohl, Paprika, Salat, Zucchini, Zwiebeln.
September 2024: Auberginen, Basilikum, Bohnen, bunte Bete, Chili, Fenchel, Gurken, Karotten, Lauchzwiebeln, Mais, Paprika, Pastinaken, Tomaten, Zucchini.

Ernteteiler:innen können auf den Ernteteilertreffen Wünsche äußern, z.B. „mehr Salat, nicht so viel Mangold“, haben aber keinen direkten Einfluss auf den Inhalt der Gemüsekiste. Zum einen fließen in die Anbauplanung Faktoren wie Fruchtfolge, passenden Kombinationen in der Mischkultur und leistbarem Arbeitseinsatz ein. Zudem hängt Landwirtschaft von Faktoren ab, die wir nicht beeinflussen können.

Seit unserer Gründung hatten wir mit Hitze, Dürre, Sturm, Dauerregen, Spätfrost, Schnecken, Wühlmäusen, Kartoffelkäfern, Ackerdisteln und Ackerschachtelhalm zu kämpfen. Wenn wochenlange Hitze und Trockenheit dem Salat so zusetzen, dass er nicht gedeihen kann, gibt es halt keinen. Umgekehrt kam es schon zu Tomaten-, Mangold-, Stangensellerie- und Zucchini-Schwemmen, weil die Bedingungen für das Wachstum besser als geplant waren. Da wir uns das Anbaurisiko teilen, können wir experimentieren. 2024 reiften sogar große süße Melonen heran.

Wie wird der Gemüseanbau geplant?

Das Anbaujahr läuft vom 01.04. bis zum 31.03. des Folgejahres und wird im Winter davor weitgehend durchgeplant, da Saatgut und Jungpflanzen rechtzeitig bestellt werden müssen. Gärtner:innen und Kreis Gartenbau planen umfassend für das gesamte Anbaujahr Einsaat, Pflanzung, Pflege und Ernte der Gemüsesorten für jeden einzelnen Beetmeter. Bei über 35 Gemüsekulturen mit ihren sehr unterschiedlichen Anforderungen und über 2.200 Beetmetern ist dies eine fachliche und logistische Herausforderung. Hier unterstützt uns die Software „Micro Farm Planner“ in der Bedarfsplanung und Dokumentation, so dass wir nach und nach einen umfassenden Erfahrungsschatz aufbauen.

Wie sieht eine typische Arbeitswoche aus?

Zu Anfang der Woche geben die Gärtner:innen bekannt, wann welche Aktionen auf dem Acker stattfinden. Zu diesen kommunizierten Ackerzeiten (vormittags, nachmittags/abends, teilweise auch samstags) kann jeder kommen und mitarbeiten. Die Gärtner:innen bzw. Freiwillige koordinieren die Tätigkeiten. Die Freiwilligen erfahren hier in der Praxis, wie man richtig pflanzt, Beete mulcht, Kompost verteilt, Tomaten ausgeizt, Pflanzen wässert, Schnecken vertreibt und vieles mehr, was zum Gemüseanbau gehört.

Für viele Mitglieder ist dies der befriedigendste Teil des Engagements – gemeinsam mit anderen im Freien in schöner Landschaft arbeiten. Freitagvormittag trifft sich das Ernteteam. Das reife Gemüse wird vom Feld geholt, gesäubert, gewogen und im Packraum abgestellt. Gegen Mittag kommt das Packteam, verteilt die Ernte für jede:n Ernteteiler:in in Kisten und transportiert diese zu den Abholstellen. Ab dem Nachmittag holen dort die Ernteteil:innen ihre Ernteteile ab.

Wann und wo bekomme ich meinen Ernteanteil?

Die Ernteteile müssen freitags nachmittags oder abends (spätestens samstags) an den Abholstellen von den Ernteteiler:innen abgeholt werden. An den Abholstellen stehen die persönlichen Erntekisten bereit – es muss nichts mehr selbst abgewogen werden, wie das oft bei anderen Solawis üblich ist. Die Abholstellen werden privat organisiert.
Wir haben mehrere Abholstellen eingerichtet. Zur Zeit sind das:
– Zentrale Abholstelle  Nonnenaue
– zwei Abholstellen in Ingelheim
– Wackernheim
– Weiselhof
– MZ-Mombach
– MZ-Hartenberg

Wie kommunizieren wir?

Die solawING legt großen Wert auf Transparenz. Alle sollen gut informiert sein. Wir nutzen Slack als unser Hauptkommunikationsmittel für das Tagesgeschäft und die Abstimmung in den Kreisen. Slack funktioniert ähnlich wie MS Teams, es können Nachrichten, Bilder und Dateien geteilt werden. Ausschließlich Mitglieder haben Zugriff. Wir helfen beim Einrichten und bei Problemen. Für Ernteteiler:innen und Aktive ist es unerlässlich, sich mit Slack vertraut zu machen, um auf dem Laufenden zu sein und kurzfristige Infos mitzubekommen. Ohne Slack wird es kompliziert.

Einmal im Monat kommt als Newsletter per Mail die Ackerpost zu allen Mitgliedern. In der Ackerpost berichten die Kreise über ihre Planungen und Aktivitäten. Ergänzend findet man Rezepte und Wissenswertes rund um den Gemüseanbau.

Per Mail verschicken wir auch alle Vereinsangelegenheiten, wie die Einladung und die Unterlagen zur Mitgliederversammlung. Für einige Bereiche unserer Organisation gibt es eigene Mailadressen, wie z.B. vorstand@solawing.org oder mitglieder@solawing.org.

Welche weitergehenden Ziele verfolgt solawING?

Neben der eigenen Versorgung mit gesundem Gemüse sind uns folgende Ziele wichtig:
– Gemeinschaftliches, wertschätzendes Miteinander (gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen) und gute Arbeitsbedingungen
– Förderung nachhaltiger, klimagerechter Landwirtschaft (wir arbeiten nach den Grundsätzen des ökologischen Anbaus und orientieren uns an Prinzipien der Permakultur und regenerativen Landwirtschaft)
– regionale, saisonale Ernährung (wir kaufen kein Gemüse zu)
– demokratische Organisationsformen (wir sind „soziokratisch“ organisiert)
– Erprobung neuer Sorten und Anbauweisen gegen die Folgen des Klimawandels
– Erhalt samenfester Gemüse- und Obstsorten (wir beziehen unser Saatgut und unsere Jungpflanzen von Betrieben, die solche Sorten erzeugen)
– die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung (wir kochen auch Gemüse mit Schönheitsfehlern)
– Bildungsarbeit (Infotermine auf dem Acker, Besuch von Schulklassen)

Du hast noch Fragen an uns oder möchtest uns etwas mitteilen?

Wenn Du in unserem Bereich „Wie Du mitmachen kannst“ bisher nicht fündig geworden bist, dann erreichst Du uns jederzeit unter dieser E-Mail-Adresse: .